Ein verletzter Radfahrer mietet ein Elektromobil, statt auf das Taxi zu warten. So gewinnt er ein Stück Selbstständigkeit zurück, und alle Seiten profitieren.
Ein Radfahrer wird an einer Grundstücksausfahrt übersehen. Die Folgen: schwere Verletzungen an Becken und Oberschenkel, Operationen, Rollstuhl. Für die Wege zur Therapie hat er trotzdem eine eigene Idee. Er will ein Elektromobil mieten, statt Taxi zu fahren. Wir von rehamanagement-Nord begleiten ihn in seiner Reha.
Ein Mann, der alles selbst entscheidet
Selbstständig leben, selbst entscheiden. Das ist sein Lebensmotto. Man sieht es schon an seinem Zuhause: Vieles hat er selbst gebaut, nur bei einzelnen Gewerken halfen Freunde oder Handwerker. Dann kam der Unfall. Für jemanden, der sein Leben so aktiv gestaltet, ist Stillstand besonders hart.
Diese Haltung ist aber auch eine gute Voraussetzung für die Reha. Von Anfang an hat er klar gesagt, welche Therapien er braucht. Gemeinsam haben wir einen Reha-Plan erstellt. Damit hatte er endlich einen Zeitablauf und eine Einschätzung, wann er wieder arbeiten kann. Das ist sein großes Ziel. Bei einer körperlich belastenden Tätigkeit sehe ich das kritischer. Wie eine Reha-Planung nach einem Unfall grundsätzlich abläuft, zeigt auch unsere Folge 323.
Warum er ein Elektromobil mieten wollte
Er wohnt auf dem Dorf. Bein und Hüfte darf er nicht belasten. Zum Therapeuten muss er trotzdem. Taxi bestellen, warten, wieder anrufen: Das war ihm zu lästig. Also hat er selbst bei einem Sanitätshaus angerufen. Gibt es ein Fahrzeug zum Leihen, und was kostet das? Sein Vorschlag: Er verzichtet auf das Taxi und will das Elektromobil mieten, zunächst für einen Monat. Danach sehen wir weiter. Für den Haftpflichtversicherer geht die Rechnung am Ende ebenfalls auf.
Im Alltag sagen viele dazu E-Scooter. Gemeint ist hier kein Tretroller, sondern ein Elektromobil, wie es Sanitätshäuser verleihen. Wichtig: Ob Ein- und Aussteigen trotz Entlastung sicher klappt, klärst du vorher mit den behandelnden Ärzten. Auch der Versicherungsschutz für das Fahrzeug gehört auf die Liste.
Drei Vorteile für alle Beteiligten
Erstens teilt er seine Zeit selbst ein. Zweitens ist er zufrieden, weil es seine eigene Entscheidung war. Drittens spart der Haftpflichtversicherer Geld gegenüber den Taxifahrten. Eine Win-win-Situation. Sie zeigt, wie die Schadensparteien zusammenfinden, wenn eine gute Idee auf offene Ohren trifft. Wer nach einem Unfall ein Elektromobil mieten kann, ist nicht mehr von festen Abholzeiten abhängig. So wird aus einer Einschränkung wieder ein Stück Selbstständigkeit.
Was bedeutet das konkret?
Als Unfallopfer: Sprich eigene Ideen zur Mobilität offen an. Oft gibt es einfachere Wege als die Standardlösung.
Als Haftpflichtversicherung: Ein gemietetes Elektromobil kann Selbstbestimmung stärken und gleichzeitig Kosten senken. Es lohnt sich, solche Vorschläge ernst zu nehmen und zügig zu prüfen.
Als Anwalt: Ein Mobilitätsvorschlag des Mandanten lässt sich im Reha-Management schnell prüfen und mit allen Beteiligten abstimmen.
Wie es weitergeht, ist offen. Bei Verletzungen an Becken und Oberschenkel bleibt der Weg zurück in einen körperlichen Beruf schwer. Ein Stück Unabhängigkeit im Alltag hat er sich aber schon zurückgeholt.
Namen und Details in geschilderten Fällen sind in bisherigen, diesem und künftigen Beiträgen stets verändert. Die beschriebenen Situationen beruhen auf wiederkehrenden Mustern aus unserer Arbeit, nicht auf einzelnen, identifizierbaren Personen, und lassen sich nicht auf jeden Einzelfall übertragen. Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir teilweise die männliche Form personenbezogener Bezeichnungen; sämtliche Bezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter. Bei der redaktionellen Erstellung dieses Beitrags wurde künstliche Intelligenz unterstützend eingesetzt. Die fachliche Prüfung, inhaltliche Bearbeitung und redaktionelle Verantwortung liegen bei Jörg Dommershausen und rehamanagement-Nord. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Rechtsanwälte oder andere Rechtsberatungsstellen, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte sowie andere anerkannte Expertinnen und Experten.