Nach einem Motorradunfall steht das Leben oft still. Besonders schwer wiegt der Arbeitsplatzverlust, wenn der Arbeitgeber nach Jahren keine Perspektive mehr bietet. Ein aktueller Fall zeigt die Realität vieler Unfallopfer: Nach 19 Jahren Betriebszugehörigkeit erhält ein Betroffener die Kündigung. Das Unternehmen sieht angeblich keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr. Dabei war der Mitarbeiter geschätzt und hatte gute Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten.
Die Rolle des Reha-Managements
Das Reha-Management greift hier ein. Die berufliche Wiedereingliederung erfordert systematische Planung. Gemeinsam mit einem Bildungsträger entwickeln Reha-Manager neue Perspektiven. Der erste Schritt: eine persönliche Bestandsaufnahme. Welche Schulbildung liegt vor? Wo liegen die Interessen? Was wurde bisher beruflich gemacht? Diese Fragen bilden das Fundament.
Viele Betroffene zögern jedoch. Sie wünschen sich zwar eine berufliche Neuorientierung, machen aber keine konkrete Inventur ihrer Fähigkeiten. Zur Inventur gibt es in meinem Buch „Auf geht’s – hab Mut!“ eine richtige Anleitung. Das erschwert die Arbeit des beteiligten Bildungsträgers und des Reha-Managers erheblich. Eine strukturierte Vorbereitung beschleunigt den Prozess deutlich. Reha-Manager müssen dann im Gespräch orientieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Dieser Prozess dauert dann unnötig länger.
Teilhabe am Arbeitsleben umfassend denken
Die Teilhabe am Arbeitsleben hängt von vielen Faktoren ab. Das private Umfeld spielt eine zentrale Rolle. Pflegt jemand Angehörige? Bestehen Einschränkungen durch die Familie. Ist dadurch die Flexibilität des Unfallopfers eingeschränkt, weil er Verpflichtungen durch Kinderbetreuung und ähnliches hat? Dies beeinflusst die Möglichkeiten massiv. Solche Rahmenbedingungen müssen Betroffene klar benennen. Nur so entsteht ein realistischer Plan.
Im Schadensrecht haben Unfallopfer Ansprüche. Rehabilitation ist mehr als medizinische Behandlung. Sie umfasst die gesamte Lebenssituation. Reha-Manager im privaten Reha-Management arbeiten eng mit dem Unfallopfer, den zuständigen Haftpflichtversicherungen und Anwälten zusammen. Dies ist im Code of Conduct so vorgesehen. Gemeinsam sichern sie die Zukunft der Betroffenen.
Die Erfahrung zeigt: Vorbereitung entscheidet über den Erfolg. Wer seine Wünsche und Möglichkeiten kennt, findet schneller den Weg zurück ins Berufsleben. Reha-Management begleitet ausschließlich diesen Prozess zielgerichtet.